stoiker.net – Stoa für ein besseres Leben

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In der Vergangenheit bin ich schon häufiger über Philosophen und deren schlaue Sprüche gestolpert. Seneca, Sokrates, Marcus Aurelius, Platon u.v.a.m. Irgendwann habe ich mich in der Philosophie umgeschaut und viele große Werke gesehen, gelesen und bewundert. Moderne und antike Philosophen. Doch am Ende das Tages kam mir die Philosophie wie ein großer Supermarkt vor, aus dem man sich so bedienen kann, wie man es will: ein bisschen Sokrates hier, Platon da, garniert mit Seneca – und fertig ist die eigene Philosophie. Die Philosophie an sich ist kein System oder Framework für ein gutes Leben, aber seine Teile, sinnvoll zusammengebaut, können es sein.

Seneca, Tim Ferriss und Selbstbetrachtungen

Anfangs habe ich mir Senecas “Briefe an Lucillius” gekauft und darin gelesen – dies war ein Tipp von Tim Ferriss. Die Briefe erschienen mir z.T. recht langatmig und enthielten Tipps, wie man sich im Leben verhalten kann. Dann irgendwann habe ich mit Marcus Aurelius’ Selbstbetrachtungen oder Meditationen angefangen. Das Buch hat mich umgehauen und ich kann es daher wirklich jedem empfehlen.

Allein die Tatsache, dass er am Anfang seiner Aufzeichnungen vielen Menschen dankt und beschreibt, was er von ihnen gelernt hat, war umwerfend. Ein tief ehrliches Buch – persönlich sowie auf die Welt bezogen (aus meiner Sicht).

Stoa: ein anwendbares Gesamtpaket

Dann habe ich erfahren, dass es sich dabei um die stoische Philosophie handelt. Stoizismus oder Stoa. Eine antike philosophische Schule, gegründet von Zenon von Kition in Athen und fortgesetzt von den Römern. Bekannte Namen sind Zenon, Chrysippus, Musonius Rufus, Seneca, Marcus Aurelius, Epiktet oder Kleanthes. Nicht jeder hat was aufgeschrieben, wie bspw. Seneca oder Marcus, Epiktet bspw. wurde von einem seiner Schüler “aufgeschrieben”.

Viele Philosophen wurden in der Vergangenheit immer wieder von der stoischen Philosophie beeinflusst – und immerhin wurde die Stoa über 500 Jahre gelehrt!

Irgendwann stieß ich dann auf das Buch von Ryan Holiday “The Obstacle is the Way” und später William Irvines Buch “A Guide to the Good Life” und auf einmal tat sich ein Bild auf:

Die stoische Philosophie ist äußerst praktisch, im Alltag anwendbar und ein wenig wie ein Selbst-Coaching-Programm. Es geht um Werte, Tugenden, Tugendhaftigkeit, um Wahrheit, Erkennen und richtiges Handeln. Es gibt wenig abstrakte Konstrukte, die in irgendwelchen Elfenbeintürmen entstanden sind und im “harten Alltag” nicht umsetzbar sind – wenn überhaupt praktisch anwendbar. Die moderne Philosophie ist spannend, da sie das richtige Denken lehrt – was auch wichtig ist, aber eben nicht alles.

Framework für’s Leben

Wir haben alle eine einmalige Chance, genannt Leben, bekommen und haben den Auftrag, diese Chance auch einmalig “gut” zu nutzen. Da wir die Anleitung dazu nie bekommen haben oder sie uns nie beigebracht wurde, darf man sie entdecken. Viele machen das durch Versuch und Irrtum – doch vielleicht finden sie nie zu einem anwendbaren Framework.

Die Stoa liefert da von Anfang an einen Satz sinnvoller Werte sowie Beispiele, wie man diese im Leben anwenden kann.

Werte-voll Leben

Viele Selbsthilfe-Bücher raten einem ja auch dazu “Finde Deine Werte und handle danach.” – irgendwann wurde mir klar, wieso “man” diese Werte braucht: als Orientierung und moralischen Richtungsweiser – als Halt im Leben. Denn am Ende zählt nicht, wie viel Geld man hatte, sondern wie viel Zeit man sinnvoll mit sich und anderen Menschen verbracht hat. Die Werte/Tugenden der Stoa sind Weisheit, Mut, Mäßigung und Gerechtigkeit. Tief in uns drin wissen wir, dass das “richtige” Werte sind. Sie führen zu Wahrheit und wahrhaftem Handeln, zu einem Leben, ohne sich selbst untreu zu sein und dazu, dass man weiß, was man will und wofür sich das Leben lohnt. Sie führen auch dazu, den äußeren Dingen weniger Bedeutung zu geben und dadurch gelassener zu werden.

Einfach mal losgehen…

Die kognitive Verhaltenstherapie hat viele Elemente der Stoa übernommen und ist mir in Sachen “Verhaltens-Optimierung” auch schon häufig begegnet.

Vielleicht sind so viele Menschen immer noch auf der Suche, weil sie sich nicht festlegen wollen, weil sie denken “Nee, nicht festlegen, vielleicht verpasse ich was Besseres!”. Aber einfach mal losgehen, etwas ausprobieren und trotzdem die Augen offen zu halten sehe ich mittlerweile als die bessere Variante. Geht es doch nicht um den Inhalt einer Philosophie, sondern um die Anwendung, den Rahmen, das Framework, die praktische Umsetzung.

Stoa ist auch nicht die letzte Wahrheit

Viele Wege führen…ja wohin eigentlich? Stoa sagt (verspricht?), dass man ein glückliches und gelassenes Leben erreichen kann. Für mich ist genau das am Ende wichtig. Wie es andere damit halten, liegt außerhalb meiner Kontrolle – dennoch würde ich mich freuen, wenn es mehr Menschen werden, die diese Philosophie am Leben erhalten. Für mich und für viele andere macht die stoische Philosophie Sinn.

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Daher habe ich www.stoiker.net ins Leben gerufen: Stoische Philosophie, angewandt und nicht (nur) theoretisch betrachtet, auf Deutsch. Wir haben eine stetig wachsende Gruppe auf Facebook, in der wir diskutieren und Links teilen.

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