3 Metaphern für Gelassenheit

Was ist Gelassenheit? – Teil 1
17. August 2018

Gelassenheit ist mehr, als nur entspannt dasitzen und es sich gut gehen lassen…

Um das zu verdeutlichen, verwende ich 3+1 Metaphern. Wie bei allen Metaphern dürfen diese nicht überstrapaziert werden. Sie passen für das, was ich ausdrücken möchte. Für andere Aspekte gibt es andere Metaphern.

Gelassenheit ist wie die Spannung einer Saite eines Musikinstrumentes

Stell Dir zum Beispiel eine Geige vor. Was passiert, wenn die Saiten dieses virtuos spielbaren Instruments nicht sauber gestimmt sind? Oder beschädigt oder dreckig sind? Es kommen nur schiefe Töne heraus und der Wohlklang und die Harmonie eines Musikstückes wird zerstört.

Nun könnte man einwenden, dass die Saite ja unter Spannung steht und Gelassenheit nichts mit Spannung zu tun hat.
Gelassenheit ist keine Abgespanntheit und auch keine dem Bersten nahe Hochspannung. Gelassenheit ist für mich der seelisch-geistige Zustand, aus dem heraus ich in bester Harmonie mit mir und der Umgebung bin.

Es ist eine gesunde Spannung oder ein Eingespannt-sein in der Welt. Man weiß, wo und wofür man steht und wirkt in diesem Rahmen in der Welt.

Gelassen wie ein Fels in der Brandung

Was zeichnet einen Fels in der Brandung aus? Er trotzt Wind und Wetter; Wellen werden von seiner Stärke gebrochen.

Der Fels in der Brandung steht als Sinnbild dafür, nicht gleich bei den ersten Eindrücken von außen nachzugeben und von den Wogen mitgerissen zu werden, sondern gelassen (und stark) zu sein.

Gelassen wie ein Faultier

Faultiere – oder auch Sloth auf Englisch – sind interessant zu beobachten. Sehr langsam – oder man könnte auch sagen ‚achtsam‘ – in der Bewegung, lässt es sich von außen wenig stören. Wenn es bspw. etwas zu Essen gibt, werden die Bewegungen schon etwas zielgerichteter. Ansonsten ist es einfach ‚da‘.

Als Pate für das Wissen darum, wann es sich lohnt aktiv zu werden und wie man seine Energien einsetzt, möchte ich das Faultier setzen.

Das Faultier hat nichts mit Faulheit zu tun. Vielmehr steht es für mich dafür, zu wissen wann und wozu es sich lohnt, aktiv zu werden, und wann und wozu nicht.

Bonus: Gelassenheit ist wie ein Erwachen aus dem Schlaf

Vielleicht ist das etwas zu pathetisch, aber wenn man erstmal erkennt, dass die eigene Gemütslage nicht direkt von äußeren Gegebenheiten abhängt, ist das eine große Erkenntnis. Natürlich ist es so, dass es Situationen gibt, in denen Gelassenheit nicht das Erste ist, was man braucht. Zum Beispiel in Situationen, in denen es um Leben und Tod geht. Das heißt aber nicht, dass man dem Tod an sich gelassen gegenüber stehen kann. Das ist aber ein anderes, großes Thema.


Welches Sinnbild für Gelassenheit spricht dich gerade an?
Welches spricht dich gar nicht an?

Welche Metaphern könntest Du für Dich nutzen?


 

Ralph Kurz
Ralph schreibt hier zum Thema Gelassenheit und innerer Stärke.